Montag, 16. Juli 2007

Flamenco: Fandango und Sevillanas

Tja - der Fandango und die Sevillana haben doch etwas länger gedauert. a) lag es daran, dass die Tresillos eben lange nicht so locker kamen, um sie zu spielen; b) versuchte ich GGM* zu überreden, nachdem er mir via iChat-Video den Fandango und die Sevillana vorgesungen und vorgepielt hat, diese auf dem Blog zu veröffentlichen. Dies will er aber unter keinen Umständen, da ihm sein 'Gesinge' (O-Ton) peinlich wäre. Ich finde, dass es super klingt, respektiere aber selbstverständlich sein Haltung.

Obwohl die Melodie des Fandangos und der Sevillana auf der DVD zu hören ist, fällt es einem, zumindest mir, schwer, die 'letras' in die Notenabfolge zu packen. Zwischen Notation und Reproduktion ist eben immer noch ein großer Unterschied, vor allem was die 'voz' (Stimme) betrifft. Mein Gitarrenlehrer (Jazz) verlangte immer zuerst, bevor man eine Line, Theme, oder Lick auf der Gitarre spielte, sie/es zuerst zu singen. Anfangs nervt das, aber später wird einem die Wichtigkeit sehr wohl bewusst. „Ein Musiker, der nicht bereit ist zu singen, kann gleich aufhören“, war/ist seine Meinung. Da ich auch ab und an in der Schulband ans Micro trat und auch auf jeder Fete zur Klampfe Oldies singe, d. h. mir das Singen Spaß macht, will ich eben auch zumindest die folkloristischen Flamencostücke singen können - ich muss es ja nicht öffentlich machen. Darum war es eine große Hilfe, dass GGM mir das zeigte. Nun übe ich kräftig, meine Stimme und meine Tresillos unter einen Hut zu kriegen - und wie GGM meinte, in dem Moment, wo das Gitarrespiel Nebensache wird, also der Gesang die Hauptsache, klingt es auch plötzlich auf der Gitarre. Zudem empfahl er mir ein sehr gutes Buch 'Guia del Flamenco', in dem alle Palos beschrieben und auch auf zwei beiliegenden CD zu hören sind. Dieses Buch wurde von Andalucía.org herausgegeben, die auch eine Webseite haben, wo diese Palos in Kurzform zu hören sind - Palos (auf die Region Huelva klicken). Die Beispiele sind ziemlich authentisch, ich meine ohne modernen Instrumentierungskram. Übrigens: Es ist nicht unbedingt von Vorteil, dass man die angebotenen Sprachenversionen verwendet - wird doch z. B. in der deutschen Version 'Palos', also Stile/Gattungen mit 'Holzstäbe' übersetzt :-))

Sehr gut finde ich auch das Beispiel hier:

Der zweite Cantaor ist mir ein bisschen zu viel Melodram, zu pathetisch, da sehe ich doch die Parallelen zum manchen Lyrics im Blues: „I bought her diamond rings but she left me“. Vor allem im seinem zweiten Fandango musste ich des Textes und seiner Gestig wegen schon etwas schmunzeln: „because I´ve cried so much - the glass is full“ (ja - ich weiss, im Spanischen hört es sich viel schöner an). Aber der Schluß, wenn der Chor Fandango de Alosno singt, ist mega-schön. Überhaupt gefällt mir Alosno am besten (siehe/höre Camaron: Calle Real), vor allem wie die Andalusier/Huelvanos es aussprechen: Alohno - mit einem gehauchten 'h' .

Traditionelle Sevillanas zu finden, ist schon etwas schwieriger. Meistens sind sie fürchterlich verdöddelt, dass es fast nicht zu ertragen ist. Grunsätzlich gehen mir Techno-Samples und Knöpfedrücker-Gedöns krass auf den Keks, egal in welcher Musik, aber bei unseren andalusischen Freunden scheint es so, als hätten sie manchmal jegliches Maß verloren.

Auf der Suche, die Sevillanas 'Sueña la Margarita' aus GGM´s Flamenco-Schule im Original zu hören, bin ich hier bei iTunes fündig geworden: (1) Los Amigos de Ginés und aus der CD ' (2) Raya Real - Sevillanas para bailar. Das 25-Sec-Hörbeispiel reicht aus um eine Copla zu hören. Wem´s gefällt - kann´s ja kaufen.

*) Gerhard Graf-Martinez

1 Kommentar:

AndY hat gesagt…

Der Link zu Andalucia ist echt cool. Werde mir auch das Buch bestellen - gibt es übrigens auch in Deutsch.

AndY